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	<title>Wortskulpturen</title>
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	<title>Wortskulpturen</title>
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		<title>Kein Ziel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Apr 2025 11:31:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über das Ende des Strebens, über Ankommen im Jetzt, über Sein ohne Zweck. Für alle, die den Druck hinter sich lassen und einfach atmen wollen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Sie sagten:<br>du musst werden,<br>musst streben,<br>musst ankommen.</p>



<p>Aber ich<br>bleibe stehen.</p>



<p>Löse den Blick<br>von der Linie unter dem Banner.</p>



<p>Lege die Pläne ab<br>wie ein zu enges Hemd.<br>Atme,<br>nicht um zu erreichen,<br>sondern um zu sein.</p>



<p>Nichts muss folgen.<br>Kein Danach.<br>Kein Sinn,<br>außer dem,<br>der gerade jetzt pulsiert.</p>



<p>In diesem Raum<br>ohne Richtung<br>ohne Ziel<br>ist Platz:</p>



<p>für den Körper,<br>der in Panik erstarrt.<br>für Lider,<br>die sich kaum noch heben wollen.<br>für den Blick,<br>der sich an etwas Fernem fängt.<br>für Haut, die sich sehnt,<br>im Feuer erkannt zu werden.<br>für das Leuchten<br>eines Traums,<br>den niemand deuten muss.</p>



<p>Ich laufe nicht mehr.<br>Ich warte nicht.</p>



<p>Ich bin.</p>



<p></p>
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		<title>Brandkammer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Apr 2025 08:06:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über unterdrückte Wut, Masken, innere Explosion und den Moment, in dem aus Anpassung Feuer wird. Für alle, die sich nicht länger zurückhalten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Tief unten,<br>ein Raum ohne Fenster.<br>Nur Stein.<br>Nur Dunkel.<br>Und mittendrin:<br>die Feuerkugel.</p>



<p>Brennend<br>von allem,<br>was man mir sagte:<br>Du bist falsch.<br>Du bist schwach.<br>Nicht normal.<br>Streng dich an.<br>Du musst.</p>



<p>Sie wächst.<br>Bei jedem „Reiß dich zusammen.“<br>Bei jedem Blick,<br>der mir die Luft abschnürt.<br>Frisst sich ein<br>zwischen Rippen und Herz.<br>Wird heißer.<br>Schwerer.<br>Unaufhaltsam.</p>



<p>Ich hielt sie jahrelang &#8211;<br>verschlossen<br>hinter einem Lächeln,<br>hinter einer Maske aus Eis.</p>



<p>Doch jetzt:<br>Ich trage sie nicht mehr.<br>Ich lasse sie frei.<br>Nicht leise.<br>Nicht bedacht.<br>Nicht verzeihend.</p>



<p>Sie wird explodieren.<br>Wird Städte versengen,<br>wo man Leistung predigt<br>und Liebe an Ketten legt.<br>Wo man erwartet<br>und verurteilt.</p>



<p>Sie wird brennen<br>durch eure Lügen,<br>durch euer „Ich meine es gut“-Lächeln,<br>bis nichts mehr bleibt<br>als die Asche eurer Welt.</p>



<p>Ich nehme keine Rücksicht mehr &#8211;<br>nicht auf euch,<br>nicht auf Regeln,<br>nicht auf „So macht man das nicht“.</p>



<p>Ich will Zerstörung.<br>Rein.<br>Heilig.<br>Gerecht.</p>



<p>Ich werde zur Öffnung.<br>Zur Zündung.<br>Zum Flächenbrand.</p>



<p>Und wenn ihr fragt,<br>warum alles brennt &#8211;<br>dann hört genau hin:<br>Es ist meine Stimme,<br>die in Flammen spricht.</p>



<p></p>
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		<title>Erwachsen</title>
		<link>https://martinneuhold.de/erwachsen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Apr 2025 08:02:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über das Verblassen von Fantasie, über Verträge, Terminkalender und das Leuchten, das wir einst hatten – und vielleicht zu früh aufgegeben haben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am Anfang:<br>Die Welt ein Regenbogen,<br>Fantasie ein offenes Feld,<br>jedes Lied ein Versprechen.</p>



<p>Wir malten mit den Fingern<br>Zukunft in die Wolken,<br>liebten grundlos<br>träumten hemmungslos<br>unter der Weite des Himmels.</p>



<p>Wir hatten dieses <br>Leuchten in den Augen.<br>Doch irgendwann<br>wollten wir es nicht mehr.</p>



<p>Wir wollten das,<br>was man uns versprach <br>und unterschrieben bereitwillig:<br>Konto.<br>Vertrag.<br>Lebenslauf ohne Lücke.<br>Terminkalender.<br>Urlaub im August</p>



<p>Ein Leben mit Haken dran.</p>



<p>Und dann kam das Grau.<br>Nicht plötzlich –<br>sondern still,<br>wie Staub auf den Gedanken.</p>



<p>Die Welt ein Flur<br>mit nummerierten Türen<br>und Neonlicht.</p>



<p>Und wenn es in uns aufbricht –<br>ein Riss,<br>ein echtes Gefühl –<br>drücken wir Pflaster drauf<br>und nennen das Reife.</p>



<p>Und wenn wir uns begegnen,<br>sind wir stolz darauf,<br>das Leuchten besiegt zu haben.</p>



<p></p>
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		<title>Hautnah</title>
		<link>https://martinneuhold.de/hautnah/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Apr 2025 07:56:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über Sprache als Berührung, über das Flimmern des Verlangens und das Beben zwischen Wort und Haut. Für alle, die Nähe fühlen wollen – hautnah.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein Wort tropft – langsam, sonnenwarm,<br>zieht feine Spuren über nackte Haut,<br>reibt sich an inneren Wänden,<br>flüstert ins Dunkel,<br>als kenne es den Weg.</p>



<p>Es zittert auf der Zunge,<br>dehnt sich, bricht,<br>gleitet ins Gehör,<br>versinkt –<br>als wolle es bleiben.</p>



<p>Wie Finger fährt es<br>über Nervenbahnen,<br>schmilzt jeden Widerstand,<br>drängt sich in weiche Tiefe,<br>wo das Verlangen flimmert<br>unter zögernder Hand.</p>



<p>Silben, vibrierend<br>an der offenen Kehle &#8211;<br>brennend,<br>verlangend,<br>eindringlich.</p>



<p>Tiefer.<br>Ein Zittern.<br>Ein Beben.<br>Hautnah.</p>



<p></p>
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		<title>Phönix</title>
		<link>https://martinneuhold.de/phoenix/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Apr 2025 07:53:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über das Niederbrennen alter Muster, über Feuer als Liebe, über Narben und Aufbruch. Für alle, die spüren: Ich war nie falsch. Ich war nur gebunden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Sie sagten, du sollst fließen,<br>aber nur in ihrem Flussbett.<br>Sie sagten, du sollst stark sein,<br>aber nur in ihren Ketten.</p>



<p>Doch Wasser sprengt Ufer,<br>und selbst Stahl wird flüssig,<br>in der Hitze des Feuers.</p>



<p>Sie haben ihre Regeln in deine Haut geritzt.<br>Doch deine Haut ist eine Landschaft,<br>die sich mit jedem Atemzug wandelt.<br>Sie heilt und wird neu, auch wenn Narben bleiben.</p>



<p>Komm, reiß die alten Muster herab,<br>streife ihre Ketten ab,<br>sie waren nie deine.<br>Tanze nackt über die Linien,<br>die sie in den Sand gezeichnet haben,<br>und liebe, so wie Feuer liebt –<br>frei, brennend, ohne Versteck.</p>



<p>Es gibt kein Darf-nicht-sein.<br>Nur die Hitze des Blutes,<br>nur den Rausch des Erkennens.<br>Du bist. Du atmest.<br>Hörst du das Knistern?<br>Es ist deine alte Haut, die brennt.</p>



<p></p>
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		<title>Ich will Feuer sein</title>
		<link>https://martinneuhold.de/ich-will-feuer-sein/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Apr 2025 07:49:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über das Verlöschen und Wiedererwachen, über Sehnsucht nach Freiheit und das leise Lodern einer Glut, die noch immer brennt – tief in uns.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ein loderndes Feuer,<br>das um mich greift, heiß, gierig,<br>alles niederbrennt,<br>was mich hindert,<br>voll und ganz ich selbst zu sein.</p>



<p>Ich will der Sturm sein<br>der Mauern zerreißt,<br>Grenzen zerschlägt,<br>der Freiheit bringt.</p>



<p>Ein Sturm, der zerstört,<br>was mich von mir trennt,<br>was uns voneinander entfernt,<br>uns den Blick verstellt<br>für das, was wir wirklich sind.</p>



<p>Doch ich bin Asche,<br>erkaltend, grau,<br>kraftlos zusammengesunken.<br>Manchmal ein Windhauch,<br>kaum spürbar,<br>müde.</p>



<p>Aber vielleicht,<br>ja, vielleicht reicht ein Hauch,<br>ein leises Wehen,<br>um die glimmende Glut zu erwecken,<br>um das Feuer zu entfachen,<br>damit es lodert,<br>so hell wie nie,<br>damit wir werden,<br>was wir schon immer waren.</p>



<p></p>
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		<title>Auferstehung</title>
		<link>https://martinneuhold.de/auferstehung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Apr 2025 08:51:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Ostergedicht über weibliche Urkraft und Heilung. Über Inanna, den Körper, das Kreuz – und eine Auferstehung, die im Dunkel beginnt, nicht im Licht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Wo Innana wartet</h2>



<h3 class="wp-block-heading">I.</h3>



<p>Bevor Kreuze Schatten warfen,<br>war sie –<br>Königin zwischen Himmel und Körper.<br>Liebende. Kriegerin.<br>Ganz.<br>Widerspruch in sich.<br>Frei.</p>



<p>Sie ging hinab.<br>Sie ließ.<br>Krone. Macht. Gesicht.<br>Nackt starb sie<br>im Schoß der Schwester.<br>Drei Nächte<br>kein Wort.</p>



<p>Dann: Rückkehr.<br>Nicht gerettet.<br>Erkannt.<br>Bereit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">II.</h3>



<p>Ein Mann, Jahrtausende später.<br>Zärtlich.<br>Unbequem.</p>



<p>Männer in roten Roben<br>nageln ihn<br>an das, was er nie war:<br>Retter. Opfer. Gott.</p>



<p>Sie schnüren seine Sanftheit zu Gehorsam.<br>Sein Mitgefühl zu Dogma.<br>Sein Körper –<br>verbannt.</p>



<p>Und er lässt es zu.<br>Glaubt: Er müsse rein sein. Stark.<br>Stark genug, um alles zu tragen.<br>Gestorben für Sünden,<br>die sie erfunden haben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">III.</h3>



<p>Und wieder steigt sie hinab.<br>Nicht in ihre Tiefe –<br>in seine.<br>Die aus Stein und Schuld,<br>aus Weihrauch und Schweigen gebaut ist.</p>



<p>Findet ihn:<br>ein Mann,<br>nicht tot,<br>aber hohl.</p>



<p>Am Kreuz fixiert.<br>Er glaubt:<br>Er muss.<br>Tragen. Retten.<br>Darf nicht begehren.<br>Nicht zweifeln.<br>Nicht tanzen.</p>



<p>Er erkennt sie nicht.<br>Denn sie haben ihr Bild verbrannt,<br>ihren Namen ausgelöscht,<br>ihre Lust verteufelt.</p>



<p>Doch sie erkennt ihn.</p>



<p>Sie nennt ihn:<br>Bruder.<br>Ihre Hand<br>auf seiner Wunde.<br>Kein Mitleid.<br>Erinnerung.</p>



<p>Er atmet.<br>Das Kreuz wird Baum.<br>Die Nägel Blüten.<br>Nicht Licht über ihm –<br>er trägt das Licht<br>in sich.</p>



<p>Sie gehen<br>nicht zum Himmel,<br>sondern in die Wildniss.<br>Nicht in Tempel –<br>in den Leib.</p>



<h3 class="wp-block-heading">IV.</h3>



<p>Und so beginnt endlich die Auferstehung:<br>Nicht Erlösung –<br>zwei Körper, die sich erinnern.<br>Nicht Sieg –<br>ein Blick, der nicht richtet.</p>



<p>Kein Aufstieg ins Licht,<br>sondern ein Wurzeln ins Dunkel.<br>Nicht das Ende der Nacht –<br>der Anfang im Atem.<br>Nicht Gesetz –<br>Berührung.</p>



<p>Dort,<br>wo das Lied der Erde<br>durch offene Körper geht.</p>



<p>Wo Inanna wartet.</p>



<p></p>
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		<item>
		<title>Lichtbringer</title>
		<link>https://martinneuhold.de/lichtbringer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2025 12:31:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über Licht und Schatten, Freiheit jenseits von Schuld, über Lilith, Lust und das Ende der Unterwerfung. Für alle, die das Feuer nicht fürchten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>“The Devil is in truth the body of man, the imagination.”</em></p>



<p><em>— William Blake, The Marriage of Heaven and Hell</em></p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Prolog</strong></h2>



<p>Er war der Erste,<br>der fragte: Warum?</p>



<p>Nicht als Trotz –<br>weil er wissen wollte.</p>



<p>Trug das Licht in bloßen Händen,<br>nicht, um zu blenden –<br>um zu zeigen.</p>



<p>Tanzte, wo andere knieten.<br>War kein Feind,<br>nur Spiegel.</p>



<p>Ein Stern,<br>nicht gefallen,<br>nur entzogen.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Verdammung</strong></h2>



<p>„Du bist zu hell“,<br>sprach der auf dem Thron.<br>„Geh in den Schatten.“</p>



<p>Sie gaben ihm Hörner<br>und nannten sie Schuld.</p>



<p>Sie brauchten einen Schatten,<br>damit niemand sah,<br>dass <em>sie</em> der Schatten waren.</p>



<p>Aus Lust machten sie Sünde.<br>Aus Freiheit: Gefahr.</p>



<p>Der Wald wurde zum Fluch.<br>Das Feuer zur Strafe.</p>



<p>Der Tanz – zum Beweis<br>der Verführung.</p>



<p>Doch er brannte weiter<br>hinter den Schleiern.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Wildnis</strong></h2>



<p>Er lebt –<br>wo es Ordnung nicht gibt.</p>



<p>Singt mit Wölfen,<br>lebt mit ihr –<br>Lilith.</p>



<p>Verbannt –<br>nicht wegen Schuld,<br>sondern Gleichheit.</p>



<p>Kein Gesetz,<br>kein Thron.<br>Nur Moos, Haut, Wind.</p>



<p>Und das Leben beginnt dort,<br>wo niemand mehr herrschen <em>will</em>.<br>Wo niemand sich unterwirft.<br>Wo es kein Oben und Unten gibt,<br>nur Körper,<br>die sich finden,<br>nicht erobern.</p>



<p>Haut,<br>die atmet,<br>nicht gehorcht.</p>



<p>Lust,<br>die nicht fragt,<br>ob sie darf,<br>sondern ob sie bleibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Der andere Mann</strong></h2>



<p>Er trägt kein Schwert,<br>keinen Panzer,<br>keinen Sieg.</p>



<p>Nur Hände,<br>weich vor Sehnsucht,<br>hart gegen den Kampf.</p>



<p>Er spricht nicht laut,<br>aber unüberhörbar.</p>



<p>Er schützt,<br>was nicht passen darf –<br>und liebt,<br>was sich nicht fügt.</p>



<p>Gefährlich<br>für jedes System,<br>das Fühlen als Schwäche zählt.</p>



<p>Seine Hörner –<br>Krone des Waldes.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Epilog</strong></h2>



<p>Vielleicht war er nie Feind.<br>Vielleicht war das Böse<br>die Angst vor Freiheit.</p>



<p>Sein Feuer brennt –<br>nicht um uns,<br>in uns.</p>



<p>Und wenn wir es tragen,<br>ohne zu verbrennen,<br>wird aus dem Schatten ein Pfad.</p>



<p>Lilith öffnet die Tür.<br>Er reicht uns die Hand.</p>



<p>Und der Himmel<br>hat keine Mauern mehr.&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Unschuldig Schuldig</title>
		<link>https://martinneuhold.de/unschuldig-schuldig/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2025 12:15:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über Schuldzuweisungen, Leistungserwartung und den Mut, sich nicht mehr zu entschuldigen. Für alle, die spüren: Ich bin nicht kaputt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Du darfst anders sein –<br>wenn du dich<br>entschuldigst, erklärst,<br>deine Narben vorzeigst<br>wie Einlasskarten.</p>



<p>Du darfst weinen –<br>solange du dich dafür schämst.<br>Du darfst scheitern –<br>wenn du zugibst, dass es dein Fehler ist.</p>



<p>Sie dulden Schwäche,<br>solange sie deine Schuld ist.<br>Solange ihre Erwartungen <br>dein Gesetz bleiben.</p>



<p>Doch wehe,<br>du verweigerst Leistung<br>ohne dich zu rechtfertigen.<br>Wehe, du sagst:<br>Ich kann nicht. Und ich will auch nicht.</p>



<p>Dann wirst du Gefahr.<br>Nicht weil du zerstörst.<br>Sondern weil du erkennst,<br>dass du nicht kaputt bist<br>trotz allem.<br>Weil du keine Schuld annimmst<br>die dir nie gehörte.</p>



<p>Dann wärst du der Beweis:<br>Wert braucht keine Leistung.<br>Und das<br>verzeiht man dir nicht.</p>
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			</item>
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		<title>Ein Raum ohne Namen</title>
		<link>https://martinneuhold.de/ein-raum-ohne-namen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2025 07:39:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über radikale Echtheit, Verletzlichkeit und Räume ohne Urteil. Für alle, die spüren: Ich bin nicht falsch – ich bin ich. Und das ist gut.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Stell dir einen Raum vor,<br>in dem die Wände atmen,<br>in dem kein Blick zu viel ist,<br>kein Wort zu laut,<br>kein Schweigen falsch.</p>



<p>Ein Raum,<br>wo deine Angst nicht schweigen muss,<br>wo dein Schmerz kein Versteck mehr braucht,<br>wo deine Lust sich nicht im Dunkeln verhüllt,<br>wo wir uns treffen,<br>ohne Urteil, ohne Scham.</p>



<p>Dort gibt es keine Masken,<br>keine straffen Schultern,<br>kein mahnendes Räuspern.<br>Nur Menschen,<br>die das Feuer nicht fürchten.</p>



<p>Hier darfst du zittern,<br>zerfließen,<br>brennen,<br>dich selbst entfalten,<br>ohne die Angst, zu viel zu sein.</p>



<p>Vielleicht ist dieser Raum ein Flüstern,<br>eine Berührung,<br>ein Gedicht,<br>ein Blick,<br>der dich sieht.</p>



<p>Vielleicht sind wir dieser Raum.<br>Hier. Jetzt.</p>



<p>Komm herein</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Gefängnis aus Luft</title>
		<link>https://martinneuhold.de/gefaengnis-aus-luft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2025 07:36:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über das Schweigen im System, goldene Gitter und den Preis der Anpassung. Kritische Lyrik über Erschöpfung, Angst und Eigenverantwortung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wir wissen,<br>etwas fault im Fundament.<br>Doch bevor der Zweifel Form gewinnt,<br>schiebt sich ein Gedanke dazwischen:<br>die Miete ist fällig.</p>



<p>Also schweigen wir,<br>richten uns ein<br>mit Kerzen und Achtsamkeit,<br>lackieren die Gitterstäbe golden<br>und nennen es Eigenverantwortung.</p>



<p>Der Hunger nach Wahrheit<br>wird überdeckt<br>vom Hunger nach Sicherheit.<br>Wir kaufen uns Ruhe<br>im Sonderangebot.</p>



<p>Widerstand<br>wäre teuer.<br>Er könnte alles kosten –<br>auch das bisschen Halt.</p>



<p>Und so verkaufen wir<br>Stunden, Rücken, Träume,<br>für das Recht, weiter zu atmen<br>in einem System,<br>das uns langsam den Atem nimmt.</p>



<p>Wir sagen:<br>So ist die Welt.</p>



<p>Doch das ist nicht Wahrheit,<br>das ist Erschöpfung<br>im Kostüm der Vernunft.<br>Ein Käfig aus Pflichten,<br>gebaut aus Angst,<br>geschmückt mit Hoffnung,<br>damit wir ihn nicht sprengen.</p>



<p>Doch auch ich,<br>wage diese Worte nur,<br>weil meine Miete sicher ist.</p>
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		<title>Zwischen Uns</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Martin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Apr 2025 13:10:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Gedicht über Entfremdung, Stille und die Sehnsucht nach Verbindung. Für alle, die spüren: Etwas fehlt. Und hoffen, dass jemand zuhört. Jetzt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich stehe in Aufzügen<br>neben Menschen,<br>die auf den Boden sehen,<br>um unsichtbar zu werden.</p>



<p>Wir sagen „Guten Morgen“<br>mit Stimmen,<br>die nichts wollen.<br>Nicht Nähe. Nicht Antwort.</p>



<p>Wir sind beschäftigt,<br>stehen nebeneinander<br>wie Möbel in Wartezimmern.</p>



<p>Und ich merke,<br>wie still es geworden ist<br>in mir.</p>



<p>Ich schreie nicht mehr.<br>Nicht aus Angst.<br>Aus Gewöhnung.</p>



<p>Ich stehe daneben,<br>während die Welt marschiert.<br>Nicht aus Trotz.<br>Nur aus Müdigkeit.</p>



<p>Zwischen uns<br>bleibt Leere.<br>Mehr als das:<br>eine Kälte,<br>die nicht friert,<br>sondern fern hält.</p>



<p>Manchmal spüre ich,<br>dass etwas fehlt.<br>Nicht laut.<br>Aber deutlich.<br>Wie ein Lichtschalter,<br>den niemand drückt.</p>



<p>Vielleicht war es nie anders.<br>Vielleicht haben wir uns nie gefunden.<br>Und doch:<br>Vielleicht hört ja jemand<br>zu.</p>



<p>Jetzt.</p>
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