Die Kreativität entfesseln: Warum wir uns von äußeren Autoritäten lösen und uns der Quelle der Inspiration öffnen sollten

Löse dich von äußeren Autoritäten und entdecke die Quelle der Inspiration, um deine Kreativität zu entfesseln und das Bestehende infrage zu stellen. Der Weg dorthin führt über das Überwinden der Yang-Doninanz ins Yin. Loslassen, Offenheit, Hingabe und Extase sind wichtige Schritte auf diesem Weg.

Die Suche nach äußeren Autoritäten in der spirituellen Szene

Ich nehme aktuell in der spirituellen Szene zwei Gruppierungen war. Die einen sind auf der Suche nach äußeren Autoritäten, die ihnen erklären, wer sie sind, wie man es richtig macht und wie das Leben ist. Die anderen haben bereits von ihren äußeren Autoritäten einiges gelernt und versuchen nun selbst eine Autorität zu sein und der ersten Gruppe zu erklären wie Menschen sind, wie man es richtig macht und wie das Leben ist. Dabei geben sie die Inhalte weiter, die sie von äußeren Autoritäten gelernt und übernommen haben. Neue Ideen gibt es aber nicht. Ein paar wenige schaffen es die alten Ideen so zu verdichten, dass sie wie neue aussehen. Manche sind damit sogar recht erfolgreich. Das ändert aber nichts daran, dass es keine wirklich neuen, revolutionären Ideen sind, die da weitergegeben werden. Ich glaube an keine:n der aktuell sehr erfolgreichen Speaker:innen und Lehrer:innen wird man sich in 50 Jahren als eine:n Pionier:in neuen Denkens erinnern. 

Wirklich neue Ideen und Kreativität sucht man in der spirituellen Szene nämlich meist vergeblich und den Mut, bestehendes in Frage zu stellen gibt es fast gar nicht. Im Gegenteil, manche preisen es sogar als besonderes Qualitätsmerkmal an, dass sie die „wahre“ Lehre von XYZ „unverfälscht“ wiedergeben. Unkonventionelle Denker wie Wilhelm Reich, Carlos Castaneda oder Monica Sjöö gibt es in der heutigen spirituellen Szene nicht. Auch wird von der spirituellen Szene, anders als in den 60er und 70er Jahren das bestehende System nicht in Frage gestellt (und wenn doch, dann nur in Form absurder Verschwörungstheorien von dunklen Mächten, die das Weltgeschehen bestimmen). Manchmal hab ich das Gefühl, wir waren schon mal so viel weiter.

Die Yang-Überbetonung als Ursache für mangelndes Selbstvertrauen

Ein anderes Beispiel: als ich noch in einer Kindertagesstätte gearbeitet habe, habe ich den Vorschlag gemacht, zum Jubiläum der Einrichtung mit den Kindern ein selbst geschriebenes Musical einzuüben. Die Reaktion der Kolleginnen war: Das können wir doch nicht, aber lass uns doch ein schon geschriebenes Musical suchen und einüben. Wir konnten es doch. Aber der erste Reflex auf den Vorschlag, etwas Neues zu kreieren ist fast immer: das können wir doch nicht. 

Das wirft bei mir zwei Fragen auf: 

Warum trauen wir uns selbst zu wenig zu und suchen immer nach anderen, denen wir folgen und zu denen wir aufschauen können? 

Warum haben wir nicht den Mut zu neuen Ideen und dazu, das bestehende infrage zu stellen und Utopien zu entwickeln?

Ich habe die starke Vermutung, dass das an der Yang-Überbetonug unserer Gesellschaft liegt. Yang bedeutet Verstand, Rationalität, Regeln und Strukturen, die eingehalten werden müssen. Und vor allem: klare Hierarchien. Von klein auf lernen wir: Pass dich an, füg dich ein, folge denen die es besser wissen als du. Du willst einen eigenen Weg gehen? Vergiss es. Nur die allerwenigsten haben deshalb den Mut zur eigenen Kreativität. Wenn du mehr über die Yang-Überbetonung lesen willst, kannst du das hier tun.

Die Yang-Doninanz in unserer Gesellschaft führt dazu, dass wir jegliches Vertrauen in unsere eigene Schöpferkraft, in unsere Fähigkeit, durch uns etwas gänzlich Neues in die Welt zu bringen, vollkommen verlieren. Wir gehen nicht unseren eigenen Weg, wir gehen auf den ausgetretenen Pfaden anderer. Manchmal schaffen wir es, dass uns andere beim Folgen nachfolgen, aber wir trauen uns nicht ins Gebüsch, in den Wald, ins Mystische, Wilde und Unerforschte. 

Ins Yin. 

Bild von der weißen Yin-Göttin der Kreativität

Den Weg ins Yin beschreiten: Loslassen, Offenheit und Hingabe

Wir müssen ins Yin. Dorthin, wo wir das, was uns tagtäglich umgibt und was wir gewohnt sind, in Frage stellen würden. Wo wir Utopien entwickeln würden, neue Formen des Zusammenlebens, neue Formen des Seins. Wo wir unfassbare Kunst, berührende Musik und bereichernde Poesie finden würden. Ins Reich der Fantasie, der Kreativität, der Extase.

Kreativität passiert nicht da, wo wir auf ausgetretenen Pfaden äußeren Autoritäten folgen. 

Du denkst jetzt vielleicht: das kann ich aber nicht. Aber das ist ein Irrtum. Das Yang-System hat dich nur verlernen lassen, es zu können. Du hast schon in der Schule gelernt, dass es nicht um eigene Ideen geht, sondern darum, es dem Lehrer recht zu machen. Aber glaub mir: du kannst es. Wir alle können es.

Wir alle können Genies sein, die momentan unvorstellbare neue Ideen in die Welt bringen können. 

Das wird nur nicht funktionieren, in dem du den drölfzigsten Kurs buchst oder in dem du dir eine:n Coach:in suchst, die dir dann zeigt wie man es richtig macht. Keine äußere Autorität kann die den Weg zurück zu deiner eigenen Schöpferkraft zeigen, denn der Weg führt nicht über das Yang und seine Gedanken, Pläne, Konzepte, Regeln und Glaubenssätze. Vielleicht sollten wir mal den Gedanken zulassen, dass die Welt da draußen nicht aus Kunden und Anbietern besteht, wobei wir selbst uns, je nachdem, immer für eine dieser Optionen entscheiden, sondern aus Mitmenschen, die miteinander im Yin eine neue Welt entstehen lassen können. 

Der Weg dorthin führt über das Yin. Über das Loslassen, über das offen sein, über die Hingabe und über die Extase.

Erinnere dich an das, was du kannst und schalte deinen Verstand aus und lass einfach kommen, was kommen will. Sprich oder singe in Seelensprache, in den Lauten, die aus dir rauswollen. Setz dich an dein Klavier und spiele irgendwas, du kannst nichts falsch machen. Mach dir Musik an und tanze so wie du es willst. Oder anders gesagt: Lass los und lass dich gehen und schau einfach, was dann zu dir kommt. Verbinde dich mit der Quelle, verbinde dich mit dem Yin. Du wirst überrascht sein. 

Und dabei geht es nicht nur um Kunst. Sondern auch um das Infragestellen von allem, was wir im Moment für „normal“ halten.

Die revolutionären Denker:innen der Geschichte wie Jesus, Hildegard von Bingen oder Buddha hatten den Mut, sich der Quelle der Inspiration dem Yin zu öffnen. Wir halten sie für etwas ganz besonderes, zu dem wir selbst nie in der Lage wären. Doch das ist ein Irrtum, denn wenn wir den Mut haben, das Gefängnis des Yang zu verlassen, wenn wir der Kreativität, der Fantasie und der Inspiration in unserem Leben Raum schenken, dann können wir Großes vollbringen. Dann können wir die Welt verändern, das Patriarchat und die Yang-Dominanz überwinden und ein neues Miteinander schaffen, dass uns Menschen und unserer Mutter Gaia wirklich gerecht wird. 

Bild von der weißen Yin-Göttin der Kreativität

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